instrumental
[Verse 1]
Der Nebel hängt sorgenschwer und starr voll Leid
Dicht wie angehauchtes Glas
Kriechend in dem Rand des Walds
Ein Irrlicht tanzt totenstill im tristen Grau
Durch die Bäume übers Feld
In den Hof der Grubers
Gottverlassen
Einsamkeit
Wo kein Wind weht, gedeiht das Leid
Das Blut ist alt
Und dick wie Öl
Doch nährt das Kreuz, welches klagt:
[Chorus]
Dämmernde Welt, ein Bann sinkt auf Erden
Entheiligter Morgen, die Zeit liegt im Sterben
Abend fährt nieder, Röte erwacht
Ein Gang wird sich öffnen am Ende der Nacht
[Verse 2]
Der Hof erscheint, Tag bricht an und Arbeit ruft
Plagend mehr und härter noch
Seitdem die Magd das Weit' gesucht
Frühjahr stockt an und letzter Schnee dem Grund verharrt
Eisern wehrt sich noch der Acker
So die Hacke treibt Gewalt
Tief die Waffe
Ins Erdenreich
Tief der Hass
Im eig'nen Fleisch
Knie, knie, Blut und Schweiß
Sie schrie, Haut so weiß
Im Krieg fiel'n Mann und Reich
Tief liegt beides
Doch ein Kind kreischt
[Chorus]
Dämmernde Welt, ein Bann sinkt auf Erden
Entheiligter Morgen, die Zeit liegt im Sterben
Abend fährt nieder, Röte erwacht
Ein Gang wird sich öffnen am Ende der Nacht
[Outro]
Was wandert so formlos da zwischen den Welten?
Ohne Gestalt und doch trägt es rot
Niemals verweilend, alleine nur selten
Hindurch das Portal zwischen Leben und Tod
[Verse 1]
Geh nicht hinein,
Geh nicht hinein, nicht weiter
Ich weiß, da sitzt etwas, das lockt
Oben in den Wipfeln, unter Wurzeln,
Stamm und Stock
[Chorus]
Ein Schatten huscht aus dem Wald
Die Nacht fällt, es ist kalt
Es kommt…
[Verse 2]
Fahle Äste wie Finger eines Baumskeletts
Zurück! Siehst du nicht jenen Schleieralb?
Strahlenreste durchs Dickicht, durch das Zaubernest
Vom Mond bekränzt, leer und silberkalt
Geh nicht hinein
sonst bleibst du gefang'
Im Gitter aus Bäumen
Im greifenden Gang
Ein Flüstern
Der Hüter dort im Saum
Steh'n gleich entseelter Kerzen
Wachend über Au'n
[Chorus]
Ein Schatten huscht aus dem Wald
Die Nacht fällt, es ist kalt
Es kommt, es kommt, es kommt...
[Verse 3]
Geh nicht in den Wald
-
Geh nicht in den Wald
Doch lauf, wenn er sich selbst entrinnt
Was löst sich da und dort im Spalt
Was von der Borke widerhallt
Dort zwischen Fichten kahl und greis
Die schwere Schwärze gibt es Preis
Aus dem scheußlich düst'ren Schlund
poltert es verzagt
Dein Blut hetzt wie ein Höllenhund
Auf scharfer, wilder Jagd
[Chorus]
Ein Schatten huscht aus dem Wald
Die Nacht fällt, es ist kalt
Tritte im Dunkeln
Ein toter Schimmer bricht das Schwarz
Das Irrlicht tanzt, traurig, zwischen Zweigen
Und es kommt...
...nach Hinterkaifeck!
Kaifeck! Hinterkaifeck!
Kaifeck! Nach Hinterkaifeck!
- Joseph von Eichendorff, 1815
Dämm'rung will die Flügel spreiten,
Schaurig rühren sich die Bäume,
Wolken zieh'n wie schwere Träume -
Was will dieses Grau'n bedeuten?
Hast ein Reh du lieb vor andern,
Laß es nicht alleine grasen,
Jäger zieh'n im Wald und blasen,
Stimmen hin und wider wandern.
Hast du einen Freund hienieden,
Trau ihm nicht zu dieser Stunde,
Freundlich wohl mit Aug' und Munde,
Sinnt er Krieg im tück'schen Frieden.
Was heut müde gehet unter,
Hebt sich morgen neu geboren.
Manches bleibt in Nacht verloren -
Hüte dich, bleib' wach und munter!
[Verse 1]
Wenn mich die Enge der Decke
Die Leere der Wände
Tiefer zwingt ins schwere Bette
Wenn ich über mir, hinter Dielen, hinterm Licht
Im Nichts nichts hör'
Nichts hör'
Hör' ich Schritte in die Stille
[Chorus]
Schall des Schweigens, der Still' Gesang
Dem Nichts entkam er, im Nichts verklang
Ein Schrei aus den Tiefen meiner Seele
Erstickt in meiner Kehle
[Verse 2]
Wenn ich des Nachts im armen Unschlaf verharre
Und ohne Ruh' in Totenstarre starre
Wenn mir der Puls wie Glocken hämmert
Ach, so nah
Wenn es pocht, mein falsches Herz
Hör ich Schritte ganz nah
Wenn doch dort droben einer schlägt
Jetzt stummes Holz zum Stoß bewegt
Und dumpf den Sarg, in dem ich lieg'
Plump vernagelt, Hieb für Hieb
Wenn mir der Decke Stöhnen taub in taube Ohren tritt
Und doch im Nichts sie hör'
Sie hör'
Hör ich Schritte in die Stille
Hörst du, wie die Stille klingt?
[Chorus]
Schall des Schweigens, der Still' Gesang
Dem Nichts entkam er, im Nichts verklang
Ein Schrei aus den Tiefen meiner Seele
Erstickt in meiner Kehle
[Bridge]
Nun flackert die Kerze, die Fuge sich spreizt
Und Angst im Antlitz der Panik entweicht
Es reißt mich jetzt hoch in grimmige Leer'
Ins schattene Meer
Was wartest du
In deinem Nest?
Werd' ich auch zum Irrlicht,
wenn du deins verlässt?
[Chorus]
Schall des Schweigens, der Still' Gesang
Dem Nichts entkam er, im Nichts verklang
Ein Schrei aus den Tiefen meiner Seele
Erstickt in meiner Kehle
[Verse 1]
Ein weißes Band
Gesät aufs Land
Vor Hinterkaifeck zum Schutze stand
Doch ein Weg aus Malen
Wie Stein im Fluss
Quert öffnend das Siegel des nahenden Schluss
[Chorus]
Mein Herz vereist
Zerreißt
Und Cäzilia weint
Schleier
Wandler in Weiß
Geist
Geist
[Verse 2]
Es war einmal
Großmutter begann
Im Herz des Nebels
ein Irrlicht verhang'n
Es streicht den Fluch wie weißer Schatten und Dunkelheit aus Licht
Als Cillis Aura der Ferne unterbricht
Cäzilia, mein Kind,
Was ist dein Blick so leer?
Dem Kind'aug' durchs Fenster
Das eig'ne hinterher
Vor dem Hof schwebt eine Spur im Schnee
Nicht zurück sie wieder zieht
Blinde Zeichen offenbart
Und ein Wahn sich ergießt
Verflucht
Verrat
[Chorus]
Mein Herz vereist
Zerreißt
und Cäzilia weint
Schleier
Wandler in Weiß
Geist
Geist
[Verse 3]
Es ist hier
Geist
Er ist hier
Geist
[Chorus]
Das Band zerreißt
Und Cilli weint
Allein
Im ew'gen Schein
Ein Pfad beschneit
Gestalt im Eis
Geist
Geist
Mein Herz zerreißt
Schleier
Wandler in Weiß
Von Ahnung befreit
Die Mahnung verbleicht
Geist
Geist
Geist
…und Cäzilia weint
instrumental
instrumental
[Verse 1]
Es ist erwacht
Und lebt
In toter Zeit
Entfacht
Wie dunkles Feuer
Das in Finsternis gedeiht
Hier im Giebelnest
Im schattenen Meer
Es wird düster
Im Herzschlag der Erde
Und im Blut im Stroh
Heute Nacht steig ich herab
Vom Balkenwald aus dieser engen Kammer
Ergreife die Waffe,
die da spaltet Baum und Sarg
[Chorus 1]
Im Walde verirrt
Im Dunkel gefang'
In sterbender Zeit, ein Mythos begann
Ein Irrlicht im Schatten, in Röte vereint
Im Hassen des Freundes, im Lieben des Feinds
[Verse 2]
Die Dächer von Gröbern senden ihren Gruß
Zum Stall der Austragsbauern
Drei Waldwände hat Hinterkaifeck
Doch nur die vierte ist aus totschweigenden Mauern
Sind dort die Geister, die da lauern?
Vor dem Urteil des Beils fällt das Urteil des Worts
Krieg im Frieden da im Dorf
Dem Nest entstiegen nun im Stall
Umringt von tausend schwarzen Augen
Mit der Hacke erster Fall
Ist das Rindvieh frei
Was löst sich da und dort im Stall
Die schwere Schwärze gibt es Preis
Und das Tier im Unschlaf
Will fliehen und es schreit
Ein Nebel hängt geheimnisvoll aus dickem Schwarz
Durch die Spalten über Vieh in die kalte Stube
du weißt, da sitzt etwas das lockt im Stall
Oben in den Brettern unter Stroh und Heu
Und wartet
[Chorus 2]
Im Schatten verirrt
Im Hofe gefang'
In sterbender Zeit, ein Mythos begann,
Erstickende Seele, gerissenes Herz
Der Gang wird sich öffnen am Ende des März
Heute Nacht
Herr erbarm' dich unser
Die hier verloren steh'n
Wir sind alle Sünder
Auf Knien wir dich anfleh'n
Oh Herr, mich Nebelraum umhüllt
Schwach dein Licht in diesen Tiefen
- Gott, oh Gott so scheine uns,
die wir uns dort verliefen
Maria, es ist mein Blut im Stroh
schwer und süß wie Wein
Schande steckt mir im Gebein
Und liegt in der Wiege dort
Im Dornenwald, Gebenedeit,
Geht ein Irrlicht tänzelnd um
Bäume rauschen, Zweige ächzen
Und ein Kreuz das weint
Gegrüßet seist du, Maria,
gib gut acht auf Josef, Maria
sei unsre treue Magd, Maria
Und sing für Cilly deine Lieder
Der alte Gruber mit dem Weib im Eck
Er fährt auf, sie schreit vor Schreck
Und zwischen ihnen schwebt Viktorias Gebet
Es unerhört im Wald verweht
Und zwischen ihnen leiser Schall
Und zwischen ihnen Geisterhall
Und zwischen ihnen tanzt ein Licht befreit
Und zwischen ihnen Nebelewigkeit
Was irrt da
Zwischen Welten?
Was wartest du
Wenn die Zeit stirbt?
Da ist etwas
Das lockt
Ein Schleier huscht aus dem Wald
Gelöst und frei und silberkalt
Tritte im Dunkeln vor den Stuben
Nebel kriecht durch gespreizte Fugen
Wenn ich aber bete,
So geh ich in mein Kämmerlein
Und schließ' die Tür zu
Und bet' zu meinem Vater
Hosianna dem da kommt
Zum Vater
Zum Sohn
Zum Geist der entheiligt
Der im Verborg'nen ist,
In das Verborg'ne sieht
In Ewigkeit
In Ewigkeit
Geh nicht hinein! Durch das Portal
Öffne nicht den Gang!
Eine Hand greift aus dem düst'ren Schlund
Gelöst von schweren schwarzen Schatten
Fasst Viktorias dünnen Hals
Wie Finger eines Eiskristalls
Metall fällt auf die Schädeldecke,
Viktoria aufs Knie
Neun Todesschläge sie empfängt
Und tief sie liegt
So zerbrechlich
So weich
Und Blut im Stroh
Zwischen Leben und Tod
Verirrt und gefang'
In sterbender Zeit das Morden begann
Es war einmal, Großmutters Schrei erstickt
Ein einsamer Hof und aus der Greisin fährt der Geist
Aus der Greisin fährt der Geist
Der Gruber vor der Tür
Ein letztes Zögern in ihm harrt
Doch endlich öffnet sich der Spalt
Und die Hacke treibt Gewalt
Und die Hacke treibt Gewalt
Blut im Stroh
Blutschand'
Blutrausch
Vergossen im Wahn
Im Stroh blondes Haar
Blutrotes im Kleid
Cillis Schmerz zerreißt
Unendliches Leid
Gegrüßet seist du,
Leer der Gnad
Du bist ohne Herrn
Kein Kreuz, das klagt
Aus der Kammer deines Herzens in die Kammer dein
Jetzt und in der Stunde deines Todes
Amen
Und kurz wird es still
Das Blut ist jung und dünn wie Luft
Dort am Ende der Nacht
Im Hofe verirrt
In der Wiege gefang'
In sterbender Zeit ein Mythos begann
Im Unschlaf ein Kind und Schritte in der Stille
Im Blut ist keine Schande, im Blut ist der Wille
Im Blut
Ein Irrlicht durch die Schatten sprang
Wald und Nebel es durchdrang
Beides vor der Wiege steht
Totenstill die Waffe hebt
Gleißend weißer Schatten
Und Dunkelheit aus Licht
Fährt hernieder auf das Wiegendach
Verirrt sich und zerbricht
Im Schatten verirrt
Im Lichte gefang'
In sterbender Zeit ein Mythos begann
Schwarz und Weiß
Und doch trägt es Rot
Hindurch das Portal zwischen Leben und Tod
Im Lichte verirrt
Im Schatten gefang'
Schwarz und Weiß
Am Ende trägt es Rot
- Psalm 9,13
Quoniam quaerens sanguinem eorum recordatus est
nec oblitus est clamoris pauperum
[Verse 1]
Was ist doch die wildschöne Wiese
Von heil'gem Licht so gold
Dahinter ein heimlicher Garten,
ein fremdbekannter Ort
Durchströmend wie Liebe der Mutter,
erleuchtet dort der Wald
und warm wie's in Träumen der Kindheit,
so ferne Rufe schallt
Mein Schritt ist ein flackerndes Gleiten,
So frei mein Flug durchs Land
Und schwerelosen Schreitens,
entlang des grünen Bands
[Chorus]
So kehre ich zurück
Ins All der wund'lichen Welt
Das Licht des Dämmersternes
Meinen Flug erhellt
So gehe ich hin zum Bleiben
Frei der Last, die ich trug
Das Licht des Dämmersternes
leitet meinen Flug
[Verse 2]
Wo meine Seele schwebet,
über Bäume, übers Feld
steigt thronend ein Irrlicht empor
über Kronen dieser Welt
So reiht es sich ein, ins Gewölbe der Zeit
Als Schein, als tänzelnder Stern
Um den Pol der Unsterblichkeit
Nun klar und glimmrig fern
Sein Leuchten und sein Schimmern
Mich grüßt zur letzten Stund'
Es wandern die Schatten nun länger
Am dämmernden Erdengrund
[Chorus]
So kehre ich zurück
Ins All der wund'lichen Welt
Das Licht des Dämmersternes
Meinen Flug erhellt
So gehe ich hin zum Bleiben
Frei der Last, die ich trug
Das Licht des Dämmersternes
leitet meinen Flug
[Verse 3]
Sechs Felsen dort flüsternd am Waldesrand steh'n
Sprechen aus früherer Zeit
Worte wie Flügel im Klang vergeh'n
Im Himmel die Geister vereint
Blut'düngte Bäume des Schreckens erinnern
Des Schattens in Mensch und Natur
Und der Vergänglichkeit mahnen
Die sich zieht über Siedlung und Flur
Der Hof der kopflosen Geister
Polternd in sich fällt
Der Sarg aus Baumskeletten
Ein letztes Gebein enthält
Ein Klagen vorm Grabeskreuze
Genährt durch Angst, die nun schwillt
Denn unbestraft blieb Mörders Hand,
doch anders es Gott vergilt
[Verse 4]
Ein Strahl sich ins Becken der Erde ergießt
Hell wie entzündetes Gold
Lichter die leiten und Lichter die irren
So es der Herr hat gewollt
Geist um Geist den Lichtpol bekränzt
In der Glorie des April
Ein Klang aus Nichts die Oden ergänzt
Voll und dämmerungsstill
[Chorus]
So kehre ich zurück
Ins All der wund'lichen Welt
Das Licht des Dämmersternes
Meinen Flug erhellt
So gehe ich hin zum Bleiben
Frei der Last, die ich trug
Das Licht des Dämmersternes
leitet meinen Flug
[Outro]
Sechs Lichter zum Himmelszelt schweben
Aus Schwarz und Weiß im schimmernden Rot
Am Ende der Nacht ist Leben
Nur die Zeit selbst ist tot
Ein Portal sich nun öffnet, zurück in die Welt
In allen Farben entspringt
Die Ewigkeit weilet unendlich lang,
so wie Musik verklingt…